Die Tigermücke und das Denguefieber






Die kleine Steckmücken Tigermücke bringt die gefährliche Tropenkrankheit Denguefieber nach Deutschland und Europa.

Nur wenige der über 3.000 Steckmückenarten der Welt sind vielen Menschen bekannt. Neben der Malariamücke und der Gelbfiebermücke hat auch die Asiatische Tigermücke in den letzten Jahrzehnten Schlagzeilen gemacht. Die Mückenart überträgt einige gefährliche Krankheiten und ist deshalb gefürchtet.

Zu den Tigermücken-Krankheiten gehören das Denguefieber, das Chikungunya-Fieber, das Gelbfieber, das West-Nil-Fieber und vermutlich auch das Zika-Virus. Bei vielen Krankheiten ist die Tigermücke nicht die einzige Stechmückenart, die die Viren überträgt. Die Malaria wird unseres Wissens nicht von der Asiatische Tigermücke übertragen.

Die Tigermücke ist zwei-farbig (hell und dunkel) gezeichnet, daher der Name. Einige andere der rund 100 Stechmückenarten in Deutschland sehen allerdings ähnlich aus und sind wesentlich häufiger. Wie auf dem Bild zu sehen sticht die Asian tiger mosquito, wie die Mückenart auf Englisch heißt, mit dem Rüssel zu (sogenannter Stechrüssel). Lateinisch heißt die Art übrigens "Aedes albopictus".

Bis vor 50 Jahren kam die Asiatische Tigermücke vermutlich nur Südost-Asien, Ostasien und Südasien vor. Beispielsweise ist die Stechmücke in Thailand, Indonesien, Malaysia, China, Indien und Japan heimisch. Die Tigermücke hat sich jedoch etwa seit den 1980er Jahren in vielen Regionen der Welt angesiedelt. Da die Tiere in ihrem Leben meist nur einige Kilometer weit von ihrem Geburtsort wegfliegen, haben sie Transportmittel der Menschen als blinde Passagiere benutzt. Vermutet werden zum Beispiel Wasserpfützen auf großen Schiffen wie in alten Autoreifen. Aber auch mit dem Flugzeug könnten die Mücken andere Kontinente erobert haben.

In Afrika wurde die Asiatische Tigermücke erstmals um das Jahr 1990 entdeckt. Man fand sie zuerst in Südafrika und Nigeria. Heute lebt sie zum Beispiel auch in Kamerun und Madagaskar.

In den USA wurden Tigermücken bereits einige Jahre früher eingeschleppt. 1983 wurden in Tennessee die ersten Exemplare gefunden, kurz darauf in Texas. Man geht davon aus, dass die Tigermücke heute in mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten lebt. Auch in Brasilien, Mittelamerika und Kuba leben die kleinen Stechmücken beispielsweise in Amerika.

Der Schock war groß als die Tigermücken 1979 erstmals auch in Europa entdeckt wurden. Die erste Entdeckung war in Albanien. In den 1990er Jahren wurden die Moskitos aus Asien auch in Italien und Frankreich gefunden.

2007 wurde die Asiatische Tigermücke erstmals in Deutschland nachgewiesen. Den kleinen Tieren ist es bei uns etwas zu kalt. Durch den Klimawandel und die bisherige Erdwärmung um etwa ein Grad konnten sich die Insekten in warmen Gegenden Deutschlands regional etablieren. Vor allem liest man immer wieder über Funde um Freiburg und entlang des oberen Rheins in Baden-Württemberg. Inzwischen gibt es auch Funde in anderen Bundesländern wie Bayern oder Thüringen. Die Asiatische Tigermücke ist derzeit (Anfang 2016) in Deutschland immer noch selten. Schreitet die Erderwärmung (Klimawandel) weiter voran, konnte sich die Stechmückenart bald in vielen Teilen Mitteleuropas flächendeckend ausbreiten. Mit der Ausbreitung der Tigermücke dürften auch die von dieser Mücke übertragenen Krankheiten wie das Dengue-Fieber in Deutschland stark zunehmen. Auch in der Schweiz und Österreich leben übrigens inzwischen Tigermücken.

 

Dengue-Fieber und Tigermücke

Das Denguefieber ist eine Infektionskrankheit (Virus), der durch Mücken übertragen wird. Zu den Stechmückenarten, welche das Dengue-Fieber übertragen, gehören zum Beispiel die Gelbfiebermücke und die oben beschriebenen Asiatische Tigermücke. Das Denguefieber ist eine Krankheit, die in den Mehrzahl der Fälle relativ harmlos, oft ähnlich wie eine Grippe, verläuft. Bei einigen Prozent der Erkrankten kommt es aber zu schweren Komplikationen, die sogar tödlich sein können.

Experten schätzen, dass jedes Jahr auf der Welt bis zu 100.000 Millionen Menschen an der von Tigermücken und anderen Stechmücken übertragenen Krankheit Denguefieber erkranken. Bei einigen Zehntausend nimmt die Krankheit einen tödlichen Verlauf. Fast alle Opfer leben in den Tropen wie in Afrika, Asien und Lateinamerika. Immer mehr Menschen in der westlichen Welt erkranken jedoch am Dengue-Fieber ohne eine Fernreise unternommen zu haben. In den USA ist das Denguefieber vor allem im Süden, wie in Texas, ein großes Problem. 2012 machte der Ausbruch der Krankheit Dengue-Fieber auf der Insel Madeira (Portugal, unweit der Kanaren) Schlagzeilen. Auf die portugisischen Inseln dürfte aber die Gelbfiebermücke und nicht die Asiatische Tigermücke das "Knochenbrecherfieber", wie das Dengue-Fieber manchmal genannt wird, verbreitet haben. Mehr als 1.000 Menschen erkrankten auf der Insel Madeira im Atlantik, es gab unseres Wissens keine Todesopfer.

Seit dem Jahr 2010 gibt es in Europa Fälle von Dengue-Fieber, die durch die Tigermücke in Europa verbreitet wurden. Die ersten Fälle der Krankheit in Europa wurden vor allem in Frankreich und Kroatien beschrieben. Bis jetzt (Anfang 2016) ist es nach unser Literatur in Europa bei einzelnen Denguefieber-Fällen geblieben. Über Erkrankte in Deutschland, die sich in Deutschland durch Steckmückenstiche infiziert haben, haben wir bisher nichts gefunden. Wenn sich die Tigermücke weiter in Deutschland ausbreitet, könnte das Dengue-Fieber aber auch hier ausbrechen. Dies gilt natürlich auch für die anderen von der Asiatischen Tigerrmücke verbreiten Virus-Krankheiten wie Chikungunya-Fieber oder das West-Nil-Fieber. Auch eine Epidemie mit dem Zika-Virus (Zikafieber) in Europa scheint möglich. Sehr wahrscheinlich kann eine Infektion mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft unter anderen zu schweren Missbildungen beim noch ungeborenen Kind führen.

Die Asiatische Tigermücke sticht übrigens tagsüber und nachts. Das Insekt sticht auch durch Kleidung hindurch. Wie bei Stechmücken üblich, stechen nur die Weibchen.

 

 

 

 

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