Bären in Nord-Amerika (Kanada und USA)






In den USA und Kanada gibt es drei große Bärenarten. Es sind der Braunbär (auch Grizzly genannt), der Schwarzbär und der Eisbär. Alle drei sind eine Gefahr für Menschen. Manchmal kommt es zu Angriffen von Bären auf Menschen mit tödlichem Ausgang. Der Schwarzbär gilt als weniger aggressiv als der Braunbär und der Eisbär. Aber auch die häufigen Schwarzbären können Menschen schwer verletzten und töten. Bären leben nicht überall in Nordamerika. Das Verbreitungsgebiet des Braunbären ist deutlich kleiner als früher. Auch die beiden anderen Bären sind seltener geworden.

Braunbär (brown bear)

Der Braunbär lebt in Europa, Asien und Nordamerika. Es gibt viele Unterarten dieser Bären-Art, die sich vor allem in Größe und Gewicht extrem unterscheiden. Während die ausgewachsenen Bären zum Beispiel im Süden von Europa in der Regel unter 100 kg wiegen, sind die Tiere in Nordamerika bis zu 700 kg schwer. Ein gigantischer Unterschied. Mehr Infos zu Bären in Europa findet Sie auf diesem Link.

Die Braunbären der USA inkl. Alaska und Kanada werden in zwei Unter-Arten eingeteilt. Dies sind die Grizzly-Bären und die Kodiakbären. Die Kodiakbären leben nur auf einigen Inseln und im Süden-Westen von Alaska. Alle anderen Braunbären der USA und Kanada werden als Grizzlies bezeichnet. Die Kodiaks sind die größten Braunbären. Normalerweise wiegen die Raubtiere 200 bis 400 kg, einzelne Exemplare haben ein Gewicht bis zu 800 Kilogramm. Die Grizzly-Bären sind in der Größe sehr verschieden. Im Norden (Alaska und Teile von Kanada) können sie bis zu 700 Kilo schwer werden. Im Kernland der USA sind sie wesentlich kleiner. Hier wiegen die erwachsenen Tiere meist unter 200 Kilogramm, viele sogar unter 100 Kilo. Selten findet man Tierarten wie den Braunbär, die sich regional in der Größe so stark unterscheiden. Selbt innerhalb der Unterart Grizzly-Braunbär sind die Größenunterschiede zwischen Nord und Süd gigantisch.

Einst kamen die braunen Bären in der gesamten westlichen Hälfte von Nordamerika vor. Heute ist das Verbreitungsgebiet deutlich kleiner. In Alaska und im weitgehend unbewohnten Norden von Kanada sind die Tiere nach wie vor häufig. Die Braunbären leben in Kanada mehr oder weniger flächendeckend in den Provinzen Yukon und Northwest-Terretories. Im Westen kommen die Grizzly-Bären in British-Columbia und im Westen von Alberta bis zur Grenze im Süden zur USA vor. In West-Kanada lebt der Grizzly beispielsweise im Jasper-Nationalpark, im viel besuchten Banff-Nationalpark und auch in der Nähe der Millionenstadt Vancouver. In den USA ist, außer in Alaska, das Vorkommen eher gering. Es gibt nur noch einzelne Populationen, vor allem in Nationalparks im Westen des Landes. Bären findet man in und um den berühmten Nationalpark Yellowstone in Wyoming und im Nationalpark Glacier in Montana in größerer Zahl (etwa jeweils 400 bis 500 Braunbären). Im Rest des Kernlands der Vereinigten Staaten gibt es nur kleinere Bestände mit zusammen 100 bis 200 Grizzlies, besonders in den Bundesstaaten Idaho, Montana and Washington am Pazifik. Also leben in den USA kaum noch mehr als 1.000 braune Bären, weiter nördlich in Kanada und Alaska sind es zusammen circa 55.000 Grizzlybären. In Mexiko ist der Braunbär ausgestorben. Die letzten Tiere der Unterart Mexikanischer Grizzlybär wurden vermutlich um das Jahr 1865 getötet.

Die andere Unterart des Braunbärs in Amerika ist der noch größere Kodiakbär. Er bewohnt nur den Südwesten von Alaska und einige Inseln wie die große Insel Kodiak, von der der Bär seinen Namen hat. Die Anzahl der Kodiakbären ist wieder gestiegen, wir gehen von etwa 3.300 Exemplaren in freier Wildbahn in Alaska aus. Damit sind rund 5 Prozent der nordamerikansicher Braunbären Kodiakbären. Die Heimat des Kodiakbären ist sehr dünn besiedelt, auch die Inseln. So hat die zweitgrößte Kodiak-Insel Afognak Island gerade einmal 150 Einwohner (bei einer Insel-Länge von fast 70 km!).

Schwarzbär (american black bear)

Im Gegensatz zum Braunbären kommt der kleinere Schwarzbär auch in großen Teilen der USA vor. Er ist für den Menschen weniger gefährlicher, aber auch mit Schwarzbären sollte man vorsichtig sein. Diese Bären haben schon viele Menschen verletzt und getötet.

In Kanada und Alaska lebt der Schwarzbär in fast alle Regionen, im extremen Norden kommt er jedoch nicht oder kaum vor. In den USA wohnen die Bären in deutlich mehr als der Hälfte der Bundesstaaten. Auch bekannte Staaten wie New York, Kalifornien, Georgia, Texas oder Florida sind die Heimat der schwarzen Bären. Mehr als die Hälfte der Schwarzbären lebt im Kernland der USA (etwa 310.000 der 600.000 Bären). Auch in Mexiko leben die Tiere in einigen Regionen, bispielsweise in den Bergen der Sierra Madre.

Die Schwarzbären in Amerika können mit einem Gewicht von 100 bis über 200 Kilogramm größer und schwerer sein als die Braunbären in Europa.

Eisbär (polar bear)

Der größte Bär und das größte Raubtier der Welt an Land lebt nur in sehr kalten Regionen im Norden der Erde. In Amerika sind dies vor allem der Norden von Kanada und Alaska. Selbst im Süden und in der Mitte von Alaska ist es dem Polarbär zu warm. Daneben leben die Bären im Norden von Russland, auf Grönland und Spitzbergen.  Auch auf einigen anderen Insel leben die Tiere. Selten sieht man Eisbären in Island und Neufundland.

In Nordamerika gehen die Bestände der weißen Bären in den letzten Jahrzehnten deutlich zurück. Vor allem liegt dies am Klimawandel, der im hohen Norden der Erde wesentlich stärker als in anderen Teilen der Welt. Am Nordpol ist die Temperatur aus unbekannten Gründen deutlich mehr gestiegen als am Südpol. Langfristig könnte der Eisbär sogar aussterben, vor allem wenn der Klimawandel nicht schnell gestoppt wird. Diese Bären jagen von allem Robben. Zur Robben-Jagd benötigt der Eisbär Packeis, also einzelne schwimmende Eisschollen. In den Spalten zwischen dem Eisplatten fängt er die Robben (meist Ringelrobben). Bei wärmeren Temperaturen wird das Packeis immer seltener. Dadurch magern die Eisbären ab, verhungern oder können ihre Jungtiere nicht ausreichend ernähren. An manchen Stellen hat der Bestand der Eisbären bereits deutlich abgenommen. Viele der schneeweißen, riesigen Bären von Nordamerika bewohnen zum Beispiel den Wapusk-Nationalpark in Nord-Kanada.

Eisbären haben ein Gewicht von bis zu 500 Kilogramm, einige sehr große Tiere wiegen sogar über 700 kg.

Die nördlichen Bären sind damit zusammen mit zwei Unterarten des Braunbären die größten Raubtiere an Land. Die so großen braunen Bären-Unterarten sind der oben beschriebene Kodiakbär im Süden Alaskas und er Kamtschatka-Bär. Dieses große Säugetier lebt auf der großen Halbinsel Kamtschatka im Westen von Russland, ungefähr nördlich von Japan.

Der Eisbär ist der aggressivste Bär in Amerika und greift Menschen oft an. Allerdings ist die von diesem Bären bewohnte Region in Nord-Amerika kaum besiedelt. Somit kommen die großen Tiere selten mit Menschen in Kontakt.

Im Englischen heißt der Eisbär übrigens nicht "ice bear", sondern "polar bear"!

 

Des weitern leben noch Kleinbären und Nord-Amerika, diese gehören aber wissenschaftlich nicht zu den Bären. Der bekannteste Vertreter ist der Waschbär. Er lebt in Amerika fast flächendeckend (USA und Kanada). In Alaska und im Norden von Kanada ist es dem Waschbär alledings zu kalt. Die kleinen "Bären" kommen auch in Mittelamerika und Südamerika vor. Auch in Deutschland ist der Waschbär inzwischen heimisch. Der unseres Wissens einzige andere Klein-Bär in Nord-Amerika ist der Nordamerikanische Katzenfrett. Dieses Tier lebt im Süden der USA von Kalifornien im Westen bis etwa Texas. Aber, wie gesagt, Kleinbären gehören in der Biologie nicht zu den Bären. Kleinbären und Bären sind zwei verschiedene Familien der Säuegtiere.

An vielen Orten in Nord-Amerika werden Touren zur Bären-Beobachtung angeboten (bear watching tours). Beliebt ist zum Beispiel Schwarzbär-Beobachtung auf Vancouver Island im Südwesten von Kanada. Mit etwas Glück sieht man bei Bären-Touren in Alaska oder Kanada auch Wölfe, Hirsche, Elche, Pumas und andere große Tiere. Auch Eisbären-Touren mit Flug, Verpflegung und Unterkunft werden in den letzten Jahren immer mehr verkauft. Solche Trips sind aber meist nicht billig. Eine Eisbär-Reise kostet bei den meisten Anbietern über 5.000 Euro pro Woche inkl. Anreise aus Europa.

Von uns finden Sie auch Artikel über die Giftschlangen der USA und über Krokodile in den USA. Ein Seite über Braunbären in Europa folgt in Kürze.

 

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